Fahrrad fahren, Schnürsenkel binden, ein beliebiges neues Hobby lernen, … Food Fotografie 😉 – am Anfang ist alles erstmal ziemlich schwierig. Am Anfang musst du jede Handlung bewusst ausführen und immer wieder üben, bis es einfacher wird und völlig automatisch abläuft.
Wenn man ein paar Jahre als Food Fotografin auf dem Buckel hat, gibt es gewisse Dinge, die einem ins Blut übergegangen sind. Wenn du Dinge wieder und wieder tust, werden sie zu Automatismen und du musst nicht mehr lange darüber nachdenken, sondern machst sie ganz unbewusst.
Das gibt dir wiederum mehr Raum für kreative Spielereien, du wirst grundsätzlich schneller und effizienter.
Sechs dieser Automatismen, über die ich nicht mehr nachdenke, sondern sie einfach tue und die einen enorm positiven Effekt auf die Qualität deiner Fotos haben teile ich heute mit dir.
LICHT
#1 - Obacht vor dem Deckenlicht-Look
Licht setzen bedeutet NICHT hell machen.
Deckenlicht gibt deinen Fotos einen flachen Look. Du eliminierst mit Licht zentral von oben und Licht das aus der Richtung der Kamera kommt so gut wie alle Schatten – und damit auch jegliche Chance Texturen und Glanz auf deinem Motiv zum Vorschein zu bringen.
Licht von der Seite und Gegenlicht sind in 99% aller Fällt das Mittel der Wahl, wenn du Food & Drinks ansprechend & natürlich darstellen möchtest.


Licht von oben – der unschöne Deckenlicht-Look. Siehst du, wie wenig dieses Licht für das Motiv tut?


Mit Gegenlicht habe ich bei diesem Motiv die Texturen aller Bildelemente on point herausarbeiten können
#2 - Eine Lampe reicht
Ich kann an kaum ein Szenario denken, in dem ich für meine Food Fotografie Aufträge mehr als eine Lichtquelle verwendet hat. Ja – manchmal kann es sich anbieten – but you’re probably not there yet.
Bevor du mit weiteren Lichtquellen rumhantierst gibt es X Wege, die der nächste logische Schritt sind.
Mit Aufhellern, also weißen Pappen, Styropor, kleinen Spiegeln kannst du dein Licht viel effektiver, schneller und einfacher in Bereiche deines Bildes bringen, als mit einem weiteren Licht.
Komposition
#3 - Add a little spice to your composition
Viele Fotografie Newbies platzieren ihr Motiv in der Mitte – and call it a day. Wenn du eine zentrale Positionierung für dein Hauptmotiv anstrebst, möchtest du durch Foodstyling & gezielte Platzierung unterstützender Elemente wieder etwas mehr Dynamik ins Bild bringen (vorausgesetzt natürlich, du strebst kein grafisches, cleanes Setup an).


Obwohl die Galette zentral im Bild platziert ist, wirkt die Komopsition sehr lebhaft und dynamisch. Das liegt an den bewusst dezentral platzierten Elementen: Die herausgezogenen Stücke der Galette, die Eiskugel im rechten Drittel des Bildes und der Löffel am Bildrand. Die leicht schräg platzierten und angerissenen Backpapierbögen unterstützen diese Wirkung noch mehr.


Dieses Bild wirkt verspielt, natürlich und leicht, trotz des mittig platzierten Smoothie Glases. Die ungleichen Lichtreflexe, der seitlich platzierte Strohhalm, das unscharfe Smoothie Glas, im Vordergrund. All das bringt Dynamik ins Bild. Die grünen Elemente rund um das Hauptmotiv dienen zusätzlich als Rahmen für das Bild und leiten den Blick des Betrachters immer wieder zurück zum Smoothie.
#4 - Achte auf deine Kantenhygiene
Überlasse deine Bildränder nicht sich selbst. Nicht nur die Mitte deines Bildes ist wichtig. Wenn du harmonische Kompositionen kreieren möchtest, musst du den Rändern Beachtung schenken und bewusste Schnitte machen.


Vermeide dies:
Schüssel und Löffel wurden bündig mit dem Bildrand abgeschnitten.


Besser: Gibt deinen Bildelementen Platz zum Atmen.


Du kannst Bildelemente natürlich auch anschneiden. Mache dies jedoch immer mit einer bewussten Entscheidung. Keine Kanten, die knapp angeschnitten sein, keine Elemente die nur mit 1-2 mm ins Bild lugen.
Farben
#5 - Beschäftige dich mit dem Farbkreis
Die Welt der Farben stoppt nicht bei analogen – also ähnlichen Farben und Komplementärkontrasten. Da fängt der Spaß erst an.


Es gibt mehr als den Komplementärkontrast. Je mehr du dich mit Farbharmonien auseinandersetzt, umso mehr Spaß wirst du beim kreieren von deinen Sets haben.


Grün, Orange und Lila sind eine triadische Farbharmonie – die Farben sind gleichmäßig auf dem Farbkreis verteilt und schaffen einen Look, der lebhaft und bunt wirkt, jedoch nicht so „aggressiv“ daherkommt, wie ein klassischer Komplementärkontrast, für den wir Farben verwenden, die sich auf dem Farbkreis gegenüber liegen.
#6 - Übertreib es nicht mit der Bildbearbeitung
In der Nachbearbeitung passiert die Magie, wenn es um Farben geht.
Gerade am Anfang kannst du das Bedürfnis verspüren deinen Bildern mehr „Wumms“ verleihen zu wollen und dafür die Sättigung hochzudrehen.
Wirklich herausstechende Fotos kreierst du nicht durch MEHR, sondern durch gezieltes Manipulieren deiner Farben.
Indem du „unwichtige“ Farben oder Elemente leicht entsättigst.
Indem du dich nach den Farbharmonien richtest und diese Wirkung verstärkst.
Ein Grün kann je nach Bearbeitung einen völlig unterschiedlichen Look haben:


Ein Grün mit hohem Gelbanteil, um mit dem Whisky zu harmonieren…


… oder ein sattes Grasgrün, für einen kühleren Look und kalt-warm Kontrast. Egal, wie du entscheidest, überlasse das nicht dem Zufall.
Dein nächster Schritt zu NOCH besseren Foodfotos?
Schau dir deine zuletzt gemachten Fotos auf diese Tipps hin an.
>> Hast du dich des Deckenlicht-Looks bedient?
>> Bist du in Versuchung geraten eine zweite Lichtquelle aufzustellen?
>> Zentrierst du deine Motive wieder und wieder zentral?
>> Achtest du auf deine Kantenhygiene?
>> Greifst du meist zu Analogen Farben & Komplementärkontrasten?
>> Übertreibst du es mit der Sättigung deiner Farben?
So viele Dinge in der Food Fotografie brauchen Übung und vielfache Konfrontation, bis du sie im Schlaf beherrschst.
Und deswegen bist du herzlich eingeladen:


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